Guerilla Marketing – Bußgelder und Schadenersatz sollte einkalkuliert werden
Guerilla Marketing ist per definition -
eine unkonventionelle Marketingmaßnahme, die ungewöhnliche, ausgefallene, überraschende, originelle, geschickte oder unterhaltsame Aktionen und Ideen im Marketing nutzt, um mit untypisch minimalem Mitteleinsatz maximale Aufmerksamkeit in der Zielgruppe zu erzeugen. Häufig handelt es sich um einmalige Aktionen, die auch am Rande der Legalität sein können oder Gesetzesbruch bewusst in Kauf nehmen. Quelle: werbeäufer.de
Genau dass sich die Guerilla Aktionen häufig am Rande der Legalität bewegen, machen diese so aufmerksamtkeitsstark und erzeugen die gewünschte zusätzliche PR Wirkung. Bußgelder und Schadenersatzforderungen sollten bei Guerilla Aktionen mit einkalkuliert werden. Häufig sind diese jedoch schwer kalkulierbar, was wiederum viele abschreckt.
Hier einige Beispiele von Schadenersatzforderungen und Bußgeldverfahren, die im Zusammenhang mit Guerilla Marketing Aktionen bekannt wurden:
Kreidespray für Agentur in Bonn
Die Bonner Agentur Gipfelgold machte im April 2009 Eigenwerbung und sprühte in ganz Bonn ca. 80 mal mit Kreidespray und Schablone den Hinweis auf die eigene Agentur aufs Pflaster. Der Stadt Bonn gefiel es nicht, das Ordnungsamt forderte die Agentur auf umgehend die Sprühbilder zu entfernen; ein Bußgeldverfahren ist noch offen.
Quelle und weitere Infos: General Anzeiger Bonn
Kreidespray für Uncle Ben’s Reis
Im November 2006 sprühte die Agentur komm.passion hundertfach den Spruch “Montag ist Reistag” im Auftrag von Uncle Ben’s auf die Gehwege in Köln, Berlin, München, Hamburg und Bremen- Die weltoffene Karnevalshochburg Köln versteht aber keinen Spaß: das Ordnungsamt der Stadt Köln leitete ein Bußgeldverfahren wegen Verschmutzung des öffentlichen Raums ein. Köln ist für Promoter ohnehin ein gefährliches Pflaster, wie wir aus eigener Erfahrung berichten können – siehe Artikel: http://blog.rheinformat.com/allgemein/die-stadt-koeln-als-ordnungshueter-ueber-promotion/
Weitere Infos auf www.ksta.de
Laut Spiegel Online verhängte die Stadt Köln ein Bußgeld in Höhe von € 1000,- zzgl Reinigungskosten.
Panzerknacker stürmen Hörsäle
Anfang 2000 stürmten bei der Aktion”Cashmen stürmen Hörsäle” drei als Panzerknacker verkleidete Promoter bundesweit an 24 Hochschulen in Seminare und Vorlesungen, um den Studenten das “Pay for Surf”-System der Firma Cyberprofit als lukrative Geldeinnahme-Quelle vorzustellen.
Bei ca. 140.000 € Kampagnenkosten schlugen die ca. 1.500 € wohl eher gering zu Buche.
Quelle: absatzwirtschaft.de
Hilfreich ist bei der Planung einer Guerilla Aktion ist ein Blick in den Bußgeldkatalog des jeweiligen Aktionsorts, um abzuschätzen, welche Bußgelder entstehen können.
Hier zum Beispiel der Bußgeldkatalog unserer Heimtstadt Köln – Auszug:
Verunstaltung des Straßenbildes (Beschreiben, Besprühen, Bekleben,
Beschmieren, Bemalen, „Wildplakatierung“)
§§ 5 Abs. 2, 22 Abs. 1 Nr. 5 KStO
− in geringem Umfang        25 – 35  €
− in größerem Umfang        50 – 500 €
Hier der ganze Bußgeldkatalog der Stadt Köln.
Fazit: Häufig gehen Guerilla Aktionen auch ohne zusätzliche Kosten in Form von Bußgeldern o.ä. über die Bühne. Allen Beteiligten sollte aber bewußt sein, dass Bußgelder und/oder Reinigungskosten entstehen können.
Kennt Ihr noch weitere Beispiele für Bußgeldverfahren in Folge von Guerilla Marketing Aktionen?
Haarausfall im Fahrstuhl….
Hier wieder ein gelungenes Beispiel die Eigenschaften, der sich öffnenden Aufzugtüren, als Werbedemonstration zu nutzen. Mit öffnender Tür verschwinden die Haare – also besser das Mittel gegen Haarausfall benutzen – so die Botschaft.
Guerilla Marketing für Red Bull Cola in London mit Laser Graffiti Projektion
Red Bull steht für spektakuläre Aktionen. Auch hier haben die Marketingleute sich wohl wieder etwas besonderes ausgedacht: Von einem Boot auf der Themse aus schreiben die Guerilla Promoter mit einem Laserpointer Graffitis mit Werbebotschaften an die Häuserwände. Bis die Polizei kommt……
Oder handelt es sich hier um einen Fake?
Wer schafft die größte Kaugummiblase? Mächtig aufgeblasenes Ambient Media
Wer erinnert sich nicht an seine Kinder- und Jugendtage, in denen wir schmatzend große rosafarbene Kaugummis kauten und sich alles um die eine Frage drehte: “Wer schafft die größte Kaugummiblase?”
Die BIG BIG Kaugummis blasen sich wohl nun konkurrenzlos auf. Das hat wohl auch den besten Kaugummiblasen-Meister beindruckt: Die Kaugummiblasen quellen in Brasilien aus Toiletten und Autos .
Erinnert auch an diese Kampagne: http://blog.rheinformat.com/ambient-media/mit-den-atem-der-stadt-werbung-fur-mentos/
Marilyn Monroe fliegender Rock Revival – Guerilla Aktion mit mehr als heißer Luft
In Lissabon hat sich fnac etwas besonders als Werbung für eine neue Marilyn Monroe DVD einfallen lassen. An einem Luftschacht wurde einfach die Werbetafel für die DVD angebracht. Und schon bald fühlten die Frauen sich wie Marilyn – und die Männer hat es sicher auch gefreut. So simple und doch so gut.





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